Berlin, Berlin, Wir laufen durch Berlin
Berlin, Berlin, Wir laufen durch Berlin

Nachdem ich in Barclona meinen ersten Marathon bestritten habe, hatte ich Blut geleckt und wollte weitere Marathons bestreiten. Da ich bei der Verlosung von Startplätzen meines Arbeitgebers für den Berlin Marathon zu den glücklichen Gewinnern gehörte war es klar, dass ich am 25.09. mit über 40.000 weiteren Marathon-Fans am Start vor der Siegessäule in Berlin stehen werde. Unglücklicherweise habe ich mir im Juli noch eine Entzündung der Tibialis Posterior zugezogen, die dann in einen Stechenden Schmerz im Knöchel überging. Somit war mein Training im Vorfeld unzureichend. Den Start beim Berlin-Marathon wollte ich mir dennoch nicht entgehen lassen.

Starterarmband Berlin Marathon
Starterarmband Berlin-Marathon

So kam es, dass ich mir am Freitag meine Startnummer und das Starterarmband abholte. Ich hatte bei der Anmeldung den totalen Einkaufsrausch und holte dann auch ein Berlin-Marathon 2016 Shirt, eine Berlin-Marathon 2016 Jacke und ein Berlin-Marathon 2016 Finisher Shirt?! Das hat mich beim Kauf schon etwas verwirrt. Wie kann es ein Finisher Shirt vor dem Lauf geben. Ein Grund mehr ins Ziel zu kommen und das Shirt ehrenvoll verdient zu haben. Die Expo ist groß und die üblichen Verdächtigen sind vor Ort. Jedoch scheint mir im Vergleich zu Barcelona die Berlin Vital doch etwas kleiner gewesen zu sein zumindest hatten in Barcelona die Hauptsponsoren Zurich und Asics ganze Hallen für sich alleine. Adidas und BMW hatten im Vergleich dazu durchaus kleinere Stände.

Morgentliches Erkunden von Berlin
Morgentliche Runde vor dem Berlin Marathon

Bei einer kleinen Morgenrunde in Berlin merkte ich, dass ich am Sonntag den Berlin Marathon nicht schmerzfrei bestreiten werden kann. Es war nur eine Frage der Zeit wie weit ich kommen werde und ab wann ich gehen muss bzw. aufgeben muss.

Sonntag der 25.09.16 der Berlin Marathon 2016 startet.

Am Sonntag läutete um 6h der Wecker und ich hatte vor lauter Nervosität nicht die beste Nachtruhe. 🙁 Zuerst gönnte ich mir ein kleines Frühstück im Hotel, danach duschen und bereit machen für den Start. Meine Freundin schmunzelte als ich mir Deo unter die Arme sprühte. Sie meinte, dass das unnötig ist und nicht bis ins Ziel reichen wird 😀 . Sie hat recht, aber die Gewohnheit eben 😀 . Mein Outfit habe ich mir am Vorabend schon zurecht gelegt, das Laufshirt meines Arbeitgebers musst ich dann kurzfristig tauschen, das war leider zu eng unter den Achseln das hätte nicht geklappt 🙁 . Mit der U-Bahn ging es zum Potsdamer Platz von wo bereits die Starter-Massen Richtung Brandenburger-Tor pilgerten. Die Abgabe des Kleiderbeutels war problemlos und rasch erledigt.

Mein Startblock - Menschen, Menschen, Menschen
Mein Startblock – Menschen, Menschen, Menschen

Danach suchte ich den Zugang zu meinem Startblock. Es war immens wie viele Starter teilnahmen, die Menschenmengen sind riesig. Trotzdem fand mich ein Arbeitskollege noch vor dem Start 🙂 . Auf den Videowalls wurde jede Menge Unterhaltung und Informationen geboten, ich stand ja auch gut 50 minuten da und wartete auf den Start. Ich überschritt die Startlinie ca. 30 min nach dem offiziellem Start des Berlin Marathon!

Wir kamen gut weg und ich startete mit ~5:50min/km es ging schön und leicht. Am Strassenrand standen Unmengen an Schaulustigen die uns anfeuerten. Die Atmosphäre ist genial. Witzig fand ich Teilnehmer aus Indonesien, die mit Langen Ärmeln und Handschuhen liefen, offensichtlich waren ihnen die Europäischen Herbsttemperaturen zu kalt 🙂 . Bei den Labstation war unzählige Freiwillige Helfer die uns mit Getränken und Obst versorgten. Ein Herzliches Danke sei hier nochmal ausdrücklich an die Voluntäre gerichtet – Danke ohne Euch ginge das ganze nicht. Die Drängeleien hier kosten ziemlich viel Zeit und für zukünftige Teilnahmen werde ich hier meine Strategie überdenken müssen.

Die Nervosität steigt
Die Nervosität steigt
Das wird kein guter Berlin Marathon – Das Ende zeichnet sich ab

Ab Km 6 merkte ich in meinen rechten Knöchel diesen fiesen kleinen stechenden Schmerz. Damit war es besiegelt ich werde nicht den ganzen Marathon laufen 🙁 . Ich wollte aber jetzt noch nicht aufgeben und lief weiter, durch unterschiedliches Auftreten versuchte ich den Schmerz zu minimieren. Nach dem Halbmarathon war aber Schluß. Ich rief meine Freundin an um ihr mitzuteilen, das ich die geplanten Durchgangszeiten nicht halten werde. Ich wollte aber sehen wie weit ich gehen kann bzw. Ob ich gehend ins Ziel komme. Zu Beginn konnte ich noch mit „schnellen“ ~8min/km gehen. Diese Pace wurde mit zunehmender Kilometerleistung und den damit verbundenen Schmerzen in meinem Schienbeinen, die Muskeln verspannten sich stark, auf 9-10min/km gedrosselt.

Giving up is simply NOT an option
Giving up is simply NOT an option

Die Zuseher feuerten mich an und wollten mich motivieren das ich doch wieder laufe. Leider konnte ich nicht mehr – zu viele Schmerzen. Mittlerweilen antwortete ich auf die Anfeuerungen mit meinem Namen, diese standen wieder auf der Startnummer, dass ich auch gehenden Schrittes ins Ziel komme 😉 . Je mehr km ich zurücklegte umsomehr wollte ich ins Ziel, jetzt aufgeben wäre auch ziemlich doof. Die letzten 3 km waren ziemlich hart, die Schienbeinmuskulatur krampfte, auf der kleinen Zehe meines rechten Fußes merkte ich eine Blase. Zusätzlich machte ich mir Gedanken ob ich es vor der Zielschlußzeit ins Ziel schaffe.

Mit einer Bruttozeit von 6:01 schaffte ich es die Ziellinie des 43. BMW Berlin Marathon zu überschreiten. Netto waren es 5:32:28, die Zeit ist nicht berrauschend mit der langen Gehstrecke füllt es sich auch etwas nach Schummeln an. Dennoch habe ich meinen zweiten Marathon bestritten und ich habe an diesem Sonntag mehr geleistet als wenn ich mich vor die Glotze gesetzt hätte 😀

 

 

 

 

 

 

 

Markus

läuft seit 21. April 2015
1. Halbmarathon 13.09.15: 2:08:16 - Wachau
1. Marathon 13.03.16 4:35:34 - Barcelona

Meine Rekorde
5k: 0:28:32
10k: 0:55:11
HM: 2:06:07
M: 4:35:34

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6 Comments

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  3. Herzlichen Glückwunsch! Ich finde starten und ankommen sind immer noch die wichtigsten Dinge beim Marathon – die Zeit kommt erst danach. Gerade in Berlin gibt es am Streckenrand so viele Bands und gute Stimmung, da kann man auch mal etwas geniessen (wenn man gesundheitlich sowieso bremsen muss). LG aus Berlin!

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